Die Schneeberg-Runde.

Pirna - Bahratal - Tissa - Schneeberg - Cunnersdorf - Königstein - Pirna.

Tourenbeschreibung

Die hier beschriebene Tour führt von Pirna durch das Gottleubatal und das Bahratal nach Tschechien (Ausweis nicht vergessen!). Über Peterswald (Petrovice) geht es nach Tissa (Tisa) und zum 723m hohen Schneeberg (Decinsky Sneznik), dann wieder zurück nach Deutschland, über Cunnersdorf und Pfaffendorf nach Königstein und auf dem Elberadweg zurück nach Pirna. Durch den überwiegend guten bis sehr guten Straßenbelag kann diese Tour auch für Rennräder empfohlen werden. Wegen der Überquerung der Grenze zu Tschechien und damit zwischen EU und Nicht-EU, sollte man keinesfalls seinen Ausweis oder Reisepaß vergessen, auch wenn Kontrollen an den benutzten Wandergrenzübergängen recht selten sind. Informationen zu den Grenzübergängen der Region und Bestimmungen zu den Freigrenzen von Waren sind auf den Internetseiten der Euroregion Elbe/ Labe zu finden. Wer ein klein wenig in die tschechische Sprache schnuppern möchte, dem kann auch geholfen werden. Es gibt auch ein Höhenprofil dieser Tour. Weitere Dateien stehen im Downloadbereich bereit.
Auch diese Tour beginnt am Pirnaer Bahnhof (Wegpunkt WP 0-1) und gleicht bis zum Gasthof "Zur Linde" im Bahrataler Ortsteil Markersbach der Tälerrunde. Der Weg führt vom Bahnhofsvorplatz über die Ampelkreuzung geradeaus auf die Maxim-Gorki-Straße. An der nächsten großen Ampelkreuzung wird nach links auf die B172 abgebogen; diese viel befahrene Straße wird jedoch nach 30m gleich nach halbrechts in die Einsteinstraße wieder verlassen. Auf dem Radweg geht es weiter bis zur Gabelung, wo nach links abgebogen wird. Nach der Aral-Tankstelle gleich wieder halbrechts auf den Radweg der Rottwerndorfer Straße. Diese ist im Stadtgebiet noch stark befahren, besitzt jedoch Radwege. Neben der Straße verlaufen die Gleise der vor vielen Jahren eingestellten Eisenbahnstrecke nach Bad Gottleuba. Nach der Kreuzung hinter dem verfallenen Schloß Rottwerndorf wird der Verkehr gering, so daß das Fehlen eines Radweges nicht weiter schlimm ist. Alsbald haben wir auch das Stadtgebiet verlassen und befinden uns im immer enger werdenden Tal des Flüßchens Gottleuba. Nach 10,0km erreichen wir den Langenhennerdorfer Wasserfall(WP4-01). Im nun folgenden unteren Teil des Dorfes Langenhennerdorf ist noch ein Viadukt der stillgelegten Eisenbahn über die Gottleuba zu sehen; vorbei am ehemaligen Bahnhof geht es wieder durch den Wald bis zu einer Straßengabelung (WP4-02). Hier an der Zwieselbrücke verlassen wir das Gottleubatal und biegen nach links in das Bahratal ab. In dem eingeschnittenen Tal gewinnen wir unter stetigem leichten Bergauffahren weiter an Höhe. Im Örtchen Bahra bleiben wir auf der Hauptstraße in Richtung Bahratal. Am Ortsausgang gibt es ein kleines Freibad. Im freien Gelände passieren wir einen rechterhand liegenden Garten in dem manchmal ein Lama grast. Wir kämpfen uns weiter bergan und bald ist Bahratal, Ortsteil Markersbach erreicht. Am Gasthof "Zur Linde" (WP4-03) verläßt uns nach links der Weg der Tälerrunde, wir aber fahren weiter im Bahratal entlang und gelangen an eine Hauptstraße (WP4-04), welche uns nach Linksabbiegen in Richtung Grenzübergang führt. An der linken Seite befindet sich ein asphaltierter Weg, welcher zum Radfahren genutzt werden kann. Unmittelbar vor dem Grenzübergang steht ebenfalls auf der linken Seite das Olympiadenkmal. Im Jahre 1936 wurde hier die olympische Flamme auf ihrem Weg nach Berlin an die deutschen Läufer übergeben.
Nach dem Passieren des Grenzüberganges (WP4-05) befinden wir uns in dem ewig langen Straßendorf Peterswald (Petrovice). Wie alle Orte im Gebiet der Böhmischen Schweiz wurde auch dieser bis 1945 hauptsächlich von deutschsprachigen Einwohnern besiedelt. Jetzt gibt es die Deutschen hier nur noch auf den üblichen Märkten für die Einkaufstouristen. Eine Anzahl von Wechselstuben ist natürlich auch vorhanden; die Deutsche Mark ist jedoch im grenznahen Raum akzeptiertes Zahlungsmittel. Meist ist dabei natürlich der Umrechnungskurs allerdings etwas ungünstiger. Am Ende des Dorfes, kurz nach der Shell-Tankstelle auf der rechten Seite, biegen wir nach links in Richtung Tissa ab (WP4-06). Es folgt ein sehr steiler Anstieg, welcher ziemlich viel Kraft abverlangt (bis WP4-07). Danach folgt eine schöne Abfahrt und ein kleinerer und leichter Anstieg, dann sind Antonsthal (Antoninov) und gleich darauf Tissa (Tisa) erreicht. Hier befand sich im 19. Jahrhundert ein Zentrum der Knopfindustrie mit bis zu 800 Beschäftigten. Berühmt sind auch die linkerhand sichtbaren Tissaer Wände (Tiske steny). Ein Zugang führt über den Weg, welcher an der Kirche auf der linken Seite beginnt, ein zweiter Zugang befindet sich an der Ostseite dieser Felsenstadt. Diesen erreichen wir etwas später auf dieser Tour. Einige Meter nach der Kirche biegt die Hauptstraße nach rechts ab, wir jedoch fahren geradeaus weiter auf der nun nur noch schwach befahrenen Straße (WP4-08). Nach wenigen Metern und einigen Kurven gelangen wir an eine sehr empfehlenswerte Gaststätte, die Touristenbaude (WP4-09). Auch eine Verkaufsbude für Eis und Getränke steht für den abgekämpften Radler bereit. Hier befindet sich auch der schon erwähnte östliche Eingang zu den Tissaer Wänden. Gestärkt zurück auf der Straße geht es noch kurz bergan (bis WP4-10) ehe wir nun auf einer Hochebene geradewegs auf den Schneeberg zufahren. Den Abzweig nach Eiland (Ostrov) lassen wir unbeachtet, die bis hier unverständlich breite Straße wird nun etwas schmaler. Nach entspannender Fahrt ist eine Kreuzung erreicht (WP4-11). Der direkte Weg führt nach links; ein Abstecher auf den Hohen Schneeberg mit seinen 723m und seiner guten Aussicht ist jedoch unbedingt empfehlenswert, allerdings wegen der sehr kräftigen Steigung nicht ganz einfach zu bewältigen. Dazu fahren wir gerade über diese Kreuzung hinweg und quälen uns den Berg hinauf. Auf den Asphalt sind Zahlen für die Meter bis zum Ende der Steigung aufgebracht. 1.000m, 500m, 400m... Ich hätte nie gedacht, daß ein Kilometer sooo lang werden kann. Am Ende dieser kräftigen Steigung (WP4-12) lädt linkerhand ein Felsplateau zum Verschnaufen ein. Von hier bieten sich phantastische Ausblicke über das Erzgebirge und das Elbsandsteingebirge. Bei guter Sicht ist sogar Dresden zu sehen. Diese Aussicht macht die Plackerei des Aufstieges schnell vergessen. Doch noch haben wir nur die Aussicht in Richtung Westen und Norden genossen. Also fahren wir auf dem Hochplateau des Schneeberges weiter zu dessen Aussichtsturm (WP4-13). Fährt man vor der Schranke nach rechts in den Fahrweg, so gelangt man mit dem Rad direkt bis an den Fuß des Turmes. Hier gibt es eine Gaststätte und einen Imbiß. In letzterem kann man die Eintrittskarten für den Aussichtsturm erstehen. Von diesem erschließt sich dann eine atemberaubende Rundumsicht. Bei meinem Besuch am 22.07.2001 war sogar der 63km entfernte Jeschken (Jested, 1.010m) im Nordosten zu sehen. Nach einer Stärkung kann es nun wieder auf die Piste gehen. Wir nutzen den gleichen Weg zurück und genießen nun eine rasante Abfahrt. Zurück an der schon bekannten Kreuzung mit der Kammwegbaude (Hotel Hrenov, WP4-14) biegen wir nun nach rechts ab.
Durch den Ortsteil Hinterdorf des Ortes Schneeberg führt unsere Fahrt in Richtung Deutschland. Wenn die Straße an einer Bushaltestelle mit großem Wartehaus aus Holz einen scharfen Knick nach rechts macht, folgen wir dem Wegweiser für Radrouten in Richtung Rosenthal und fahren nach halblinks in einen Fahrweg hinein (WP4-15). Dieser bringt uns zum Wanderweg-Grenzübergang Rosenthal - Schneeberg, welcher für Fuß- und Radwanderer sowie Krankenfahrstühle freigegeben ist (WP4-16). Hier ist auch noch ein alter Kilometerstein zu sehen, welcher den Weg nach Königstein und Pirna in der einen Richtung und nach Tetschen in der anderen Richtung weist. Dies läßt die Bedeutung der Strasse erahnen, denn vor dem Bau der Straße im Elbtal von Schmilka nach Tetschen im Jahre 1938 verlief hier die Staatsstrasse 177 von Pirna nach Tetschen. Gleich hinter der Grenze erwarten uns Waldwege allererster Güte. Als Wanderwege völlig unpraktisch, für das Radfahren absolut ideal sind die folgenden Wege mit einer sehr guten Asphaltdecke belegt. Wenige Meter sind es nur vom Grenzübergang bis zu einer Wegkreuzung mit Bushaltestelle (WP4-17). Hier biegen wir nach rechts in die Fuchsbachstraße ein. Die Richtung wird hier auch mit einem Wanderwegweiser Richtung Fuchsteich gekennzeichnet. Wie der Name schon vermuten läßt, folgt dieser Weg dem Fuchsbach, der hier streckenweise die Grenze zu Tschechien bildet. Der rechts neben dem Weg befindliche Fuchsteich (WP4-18) lädt zu einer kleinen Rast ein. Sitzbänke und Tische sind vorhanden, man kann jedoch auch mal die Füße im kühlen Naß erfrischen lassen.Wir lassen uns weiter auf diesem wunderbaren Weg ins Tal rollen. Bald vereinen sich Fuchsbach und der von rechts kommende Taubenbach zum Cunnersdorfer Bach. Immer wieder grüßen bizarre Sandsteinformen durch die Bäume, so z. B. der Katzstein. Bald erreichen wir die ersten Häuser von Cunnersdorf. Am Ortseingang befindet sich auf der linken Seite ein Freibad. Wenn wir an die Hauptstraße kommen und unsere Fahrt durch ein Stop-Schild gebremst wird, folgen wir dieser Straße nach links (WP4-19). Nach einer Gaststätte auf der rechten Seite verlassen wir die Hauptstraße und biegen nach rechts in eine Nebenstraße ein. Diese ist gesperrt und frei für Anlieger. Wir haben ja das Anliegen des Durchfahrens. Bald darauf erreichen wir den Abzweig nach Pfaffendorf (WP4-20). Dieser ist durch den großen Wegweiser nicht zu übersehen. Nach einem kurzen Anstieg ist ein Abzweig im Wald erreicht (WP4-21). Hier biegen wir nach links in Richtung Pfaffendorf ab.Wenn wir kurz darauf den Wald verlassen, sehen wir auf der linken Seite das Massiv des Pfaffensteines mit der berühmten Felsnadel Barbarine. Auch die Festung Königstein und der Lilienstein rücken bald in unser Blickfeld. Nur noch wenige Meter, dann ist Pfaffendorf erreicht (WP4-22). Es geht nun auf geradem Wege durch Pfaffendorf hindurch, immer bergab. Nach der Rechts-Serpentine sollte man langsam anfangen zu bremsen, denn das letzte Stück der Abfahrt ist nicht besonders gut gepflastert. Nach der Fahrt bergab treffen wir in Königstein auf eine Hauptstraße (WP4-23). Dieser folgen wir bis zum Kreisverkehr. Hier drehen wir eine dreiviertel Runde und treffen dabei auf die sehr stark befahrene B172. Diese befahren wir jedoch nur wenige Meter, fahren gleich nach der Bushaltestelle nach rechts unter dem Eisenbahndamm hindurch und biegen gleich wieder nach links (WP4-24). Wir befinden uns nun auf dem Elberadweg. Dieser geleitet uns - welch Wunder - immer an der Elbe entlang. Dieser ist in den letzten Jahren teils einer gründlichen Instandsetzung unterzogen worden und überrascht mit einem sehr guten Zustand.
Wir durchfahren eine Siedlung mit dem irreführenden Namen Strand. Hier wurden bei der Neugestaltung der Straße im Jahre 2000 einige Aufpflasterungen gesetzt, um die wenigen hier verkehrenden Autos zu einem langsamen Tempo zu zwingen. Erstaunlicherweise wurde dabei an Fahrradfahrer gedacht und in der Mitte ein breiter Streifen eben gelassen. Der nächste Ort ist DAS Touristenzentrum der Sächsischen Schweiz: Kurort Rathen. Die Größe der Parkplätze läßt erahnen, welche Massen sich hier an einigen Tagen des Jahres durch diesen malerischen Ort wälzen. Oberhalb des Ortes auf der anderen Elbseite sehen wir das wohl bekannteste Felsmassiv des Elbsandsteingebirges, die Bastei. Rechts daneben, sehr auffällig durch die Blechfigur, der Mönch (275m). Links des Basteimassives ist eine helle Stelle an der Kuppe des Felsens Wartturm zu sehen. An diesem beliebten Kletterfelsen kam es am Mittag des 22.11.2000 zu einem gewaltigen Felssturz, wobei an der Ostseite der Felsnadel etwa 400 Kubikmeter Sandstein in die Tiefe donnerten. Glücklicherweise wurde dabei niemand verletzt, obwohl Felsstücke direkt neben einer besetzten Hütte niedergingen und diese beschädigten. Mehr zur Kletterei im Elbsandsteingebirge könnt Ihr unter www.gipfelbuch.de erfahren. Und weiter führt unser Weg, am Bahnhof (WP4-25) werden wieder die Gleise gequert und ein kleiner Anstieg folgt. Danach haben wir einen schönen Blick nach rechts auf die Basteibrücke. Die Fahrt geht nun durch Wald, mal etwas auf, mal etwas ab, aber keine nennenswerten Höhenunterschiede. In Stadt Wehlen bleiben wir auf der linken Seite der Bahngleise und passieren den nächsten Bahnhof (WP4-26). Auch hier in Stadt Wehlen lädt wieder ein Bad zum Verweilen ein. (Dazu müßte allerdings direkt vor dem Bahnhof an der Schranke die Bahnstrecke gequert werden.) Wir queren die Bahnstrecke erst etwas später an einer Unterführung. Gut bremsen, sonst könntet Ihr hier ein unfreiwilliges Bad in der Elbe nehmen, denn der Weg führt nach starkem Gefälle scharf nach links. Auf der im Sommer 2000 neu asphaltierten Strecke fällt das Radeln leicht. In Obervogelgesang lädt nochmals ein Imbißstand des an der Bahnstrecke befindlichen Gasthofes zur Stärkung ein (WP4-27). Nun sind es nur noch wenige Kilometer und unser Ausgangsort Pirna ist erreicht. Wir fahren über den Parkplatz und halten uns danach rechts an der Elbe. Nach der Unterquerung der alten Elbbrücke wird am Carolabad (Gaststätte und Bootshaus) nach links abgebogen, die Eisenbahn und Straßenbrücke passiert und nach rechts in die für Busse und Fahrräder freigegebene Gartenstraße (zweite Straße nach den Unterführungen) eingelenkt. Nur noch wenige Meter, dann sehen wir schon von der Ampelkreuzung aus die Einfahrt zum Bahnhof in Pirna, womit wir wieder am Ausgangspunkt unserer Tour angelangt sind (WP0-2).
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Der Schneeberg (723m). Auf dem Erzgebirgskamm. Die Tissaer Wände.
Unser Ziel: Der Schneeberg (723m) auf böhmischer Seite. Straße auf dem Kamm des Ost-Erzgebirges. Die wild zerklüfteten Tissaer Wände.
Aussichtsturm auf dem Schneeberg. Wegweisender Kilometerstein an der Grenze. Die Fuchsbachstrasse.
Aussichtsturm auf dem Schneeberg. Wegweisender Kilometerstein am Grenzübergang. Die Fuchsbachstrasse.
Im Tal des Fuchsbaches. Die Festung Königstein.
Im romantischen Fuchsbachtal. Die nie eingenommene Festung Königstein.
Literaturempfehlung:
  • Große Karte der Sächsischen Schweiz (1 : 30.000), Kartographischer Verlag Rolf Böhm, Bad Schandau, ISBN 3-910181-09-0
  • Böhmische Schweiz (1 : 40.000), Kartographischer Verlag Rolf Böhm, Bad Schandau, ISBN 3-910181-08-2
  • Detlef Krell, Urlaubshandbuch Sächsische Schweiz, Reise Know How Verlag Peter Rump, Bielefeld 1999, ISBN3-89416-630-4
Last update:
7.09.2004
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