Russland - Kamtschatka, Vulkane und B├Ąren.

Trekking zwischen aktiven Vulkanen, hei├čen Quellen und B├Ąren.
!!!Noch in Arbeit !!!

Hallo auf meiner Seite f├╝r Kamtschatka.
Dies ist die Beschreibung einer Trekking-Reise vom 5. bis 25.07.2015 nach Russland. Wir wollen im fernen Osten die Wildnis der russischen Halbinsel Kamtschatka erkunden und hoffen auch auf so manche Begegnung mit Braunb├Ąren. Speiende Vulkane und hei├če Quellen m├Âchten wir auch nicht auslassen. Einige Bilder davon sind hier zu finden.

Beim Anklicken der kleinen Bildchen werden diese in einem besseren, gr├Âsseren Format heruntergeladen. Um zu diesem Text zur├╝ckzukehren, muss der Zur├╝ck oder Back Button des Browsers angeklickt werden.
Am Ende der Beschreibung eines jeden Trekkingtages gibt es noch einen Link zum Download von GPS-Daten des jeweiligen Tages. F├╝r diese Reise steht das universelle GPX-Format zur Verf├╝gung. Damit k├Ânnen die Track-Daten in viele Karten- und GPS-Programme ├╝bernommen werden. Auch f├╝r Google Earth ist das GPX-Format geeignet. Zum Herunterladen und Speichern der Track-Dateien den entsprechenden Link mit der rechten Maustaste anklicken und "Ziel speichern unter..." ausw├Ąhlen.

Allgemeines: F├╝r Deutsche ist die Einreise nach Russland nicht problemlos. Es wird ein Visum ben├Âtigt, welches man vor der Reise bei der Botschaft bzw. einem zust├Ąndigen Konsulat ausstellen lassen muss. Alternativ kann man auch einen Visadienst mit der Beschaffung beuftragen. Dies wird zwar etwas teurer, man erspart sich aber eine Menge Lauferei. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es nicht unbedingt reicht, eine per E-Mail zugeschickte Einladung beim Konsulat vorzulegen. Es kann passieren, dass vom Konsulat Originale verlangt werden. Hierbei handelte es sich um das russische Konsulat in Shenyang, China. Deren Beschaffung kostet nat├╝rlich zus├Ątzlich Zeit. Man sollte also mit der Visabeschaffung nicht bis zur letzten Minute warten, denn es kann immer und ├╝berall eine b├Âse ├ťberraschung lauern.
Der Wechselkurs des Russischen Rubels (RUB) zum Euro lag im Juli 2013 bei etwa 40:1. Aktuelle Wechselkurse aller W├Ąhrungen gibt es unter www.oanda.com. Kreditkarten besitzen keine gro├če Akzeptanz; es ist eher selten, da├č man diese verwenden kann. Reiseschecks werden nur zu ung├╝nstigen Kursen aufgekauft. Am besten (leider aber auch am gef├Ąhrlichsten) eignet sich daher Bargeld in Euro.
Zeitverschiebung: Gegen├╝ber der Mitteleurop├Ąischen Zeit MEZ besteht eine Verschiebung von +11h. W├Ąhrend der deutschen Sommerzeit verringert sich die Differenz auf +10h. In Russland gilt ganzj├Ąhrig die Sommerzeit.

Kurze Geographie: Hier sei auf die Seiten von Wikipedia.de verwiesen.

Geschichte: Hier sei auf die Seiten von Wikipedia.de verwiesen.

Blumen auf Kamtschatka. Blumen auf Kamtschatka.
Blumen auf Kamtschatka. Blumen auf Kamtschatka.

Fr, 05.07.2013: Wir haben schon im nahe dem Flughafen Berlin-Sch├Ânefeld gelegenen Hotel Leonardo gen├Ąchtigt und lassen uns vom Transferservice des Hotels zum Flughafen bringen. Hier lernen wir die anderen Reiseteilnehmer und unseren Guide kennen. Nach einiger Wartezeit erfahren wir, dass unser Flug nach Moskau gestrichen wurde. Das Flugzeug soll defekt in Moskau stehen. Damit ist nat├╝rlich auch unser Anschlussflug von Moskau nach Kamtschatka ins Wasser gefallen. Von der russischen Fluggesellschaft Aeroflot werden wir im nahen InterCity Hotel einquartiert. Dann gibt es erst einmal im Hotel ein Mittagessen. Weiterhin gibt es ein Tagesticket der BVG und so fahren wir nach Berlin hinein.
Wenn wir schon nicht auf dem Weg nach Kamtschatka sind, so sehen wir wenigstens an der Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz schon mal die Zeit von Kamtschatka. Wir machen einen ausgedehnten Rundgang durch die Stadt, unterbrochen von kurzen Fahrten mit S- oder U-Bahn. Rotes Rathaus, Museumsinsel, Brandenburger Tor, Reichstag, Holocaust Denkmal, Postdamer Platz, Oberbaumbr├╝cke, Treptower Park standen auf dem Plan. Das Abendessen nahmen wir wieder im Hotel ein.

Sa, 06.07.2013: Neuer Tag, neues Gl├╝ck. Wir laufen wieder die paar Meter zum Flughafen hin├╝ber und hoffen, dass heute alles klar geht. Und tats├Ąchlich, wir k├Ânnen einchecken.

Hinflug: Mit SU2685 geht es um 09:50 Uhr in Richtung Moskau. Hier haben wir knapp vier Stunden Zeit zum umsteigen, allerdings m├╝ssen wir nicht das Terminal wechseln. Dies kann in Moskau sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. An der Passkontrolle muss man vorher kein Formular ausf├╝llen, dieses kommt direkt bei der Passkontrolle beim Beamten aus dem Drucker. In Moskau nimmt man sein aufgegebenes Gep├Ąck wieder auf. Keinesfalls sollte man jetzt zum "Exit" gehen. Man kann zwar dann an den normalen Check-In-Schaltern wieder einchecken, diese haben aber ordentliche Schlangen. Besser ist es, dem etwas versteckten Hinweisschild "Domestic Flights" zu folgen. So gelangt man durch einen kurzen Gang zu speziell f├╝r Umsteiger eingerichteten Check-In-Schaltern. Diese haben keine Schlangen. Hier gibt man sein Gep├Ąck wieder auf und kann jetzt den Exit w├Ąhlen. An den langen Schlangen der anderen Check-In-Schalter kann man jetzt beruhigt vorbei gehen.
Weiter geht es in einer neuen Boeing 777 als SU1730 nach Petropawlowsk-Kamtschatski. Der Flug war eigentlich ein Nachtflug, aber da wir sehr weit n├Ârdlich und in einer H├Âhe von 10km flogen, wurde es nicht dunkel.

Reise: Als wir am Samstag, 07.07.2013 gegen 10:00 Uhr landen, regnet es wie aus Kannen. Die Reisenden versammeln sich um das eine Gep├Ąckband des Flughafens, der Raum ist viel zu klein f├╝r die vielen Menschen. In Russland ist es ├╝blich, dass beim Verlassen des Flughafens der Gep├Ąckanh├Ąnger mit dem Gep├Ąckschein verglichen wird. Also vorher nicht entfernen oder gar wegwerfen!
Am Flughafen werden wir von einem guten, alten Allrad-Lkw Kamas mit Busaufbau erwartet. Das Gep├Ąck wird verstaut und los geht die Fahrt. Erster Stopp ist an einem nahen Einkaufscenter. Hier gibt es Geldautomaten, an denen man mit der EC-Karte Rubel ziehen kann. Dann wird der Supermarkt gest├╝rmt. Bier und andere Alkoholika werden in einer gesonderten Abteilung verkauft. Wir fahren weiter nach Paratunka, ein etwas au├čerhalb von Petropawlowsk gelegener kleiner Ort. Die Lehnen im "Bus" kann man verstellen; sie tun das allerdings bei jeder gr├Â├čeren Bodenwelle auch von allein. Direkt am Hotel gibt es hei├če Quellen, wo man auch baden kann und als Hotelgast nichts bezahlen muss. Leider machen wir hier auch die erste Bekanntschaft mit unseren weiteren Reisegleitern - Milliarden von M├╝cken.
Abends sind wir zu Gast bei Mascha und Sascha, die wie zwei Einsiedler leben. Sie servieren uns in einer H├╝tte - nat├╝rlich - Wodka. Diverse eingelegte Kr├Ąuter werden gereicht, Curryreis und Lachs. Dieser Lachs geh├Ârte zu den besten, die ich je gegessen habe. Er wurde ganz frisch ├╝ber Apfelbaumholz ger├Ąuchert und hei├č serviert, eine absolute Delikatesse. Eine Hiobsbotschaft gab es aber auch noch: Der Preis f├╝r den optionalen Heliausflug zur Uzon Caldera und ins Tal der Geysire ist von urspr├╝nglich 450,- EUR auf 850,- EUR nach oben geschnellt. Dieser Ausflug war f├╝r uns damit gestorben. Zur├╝ck im Hotel haben wir noch etwas zusammen gesessen und - nat├╝rlich - Wodka getrunken.

Frisch ger├Ąucherter Lachs. Orthodoxe Kirche in Petropawlowsk.
Frisch ger├Ąucherter Lachs. Orthodoxe Kirche in Petropawlowsk.

So, 08.07.2013: Wir fahren nach Petropawlowsk und machen einen kleinen Stadtrundgang. Petropawlowsk wurde um 1740 von Seefahrern gegr├╝ndet. Zwei ihrer Schiffe waren nach den Aposteln Petrus und Paulus benannt und aus diesen wurde der Name der Stadt gebildet. Gegen Ende der Sowjetzeit sollen im zivilen Petropawlowsk 270.000 Menschen gewohnt haben und in einer milit├Ąrischen "Parallelstadt" weitere 130.000 Menschen. Die Stadt ist f├╝r die russische Marine ein wichtiger St├╝tzpunkt. Heute sollen noch insgesamt knapp 200.000 Einwohner hier leben. Diesen Einwohnerr├╝ckgang sieht man den H├Ąusern der Stadt auch an.
Wir besuchten das ethnologische Museum, welches seine Exponate eigentlich gut pr├Ąsentiert. Leider reicht mein angestaubtes Schulrussisch f├╝r die Beschreibungen aber nicht aus. Wir hatten zwar eine F├╝hrerin und deren Erkl├Ąrungen wurden auch gedolmetscht, aber die Dame wirkte in ihrem oberlehrerhaften Getue und ihrem Zeigestock wie aus einem vergangenen Jahrhundert. Das vulkanologische Museum war leider geschlossen, da alle Vulkanologen den Ausbruch des Tolbatschiks beobachteten.
Wir besuchten eine neue Kirche, welche erst 2010 geweiht wurde und eine alte Holzkirche. Lenin steht noch, und auch Denkm├Ąler f├╝r Peter und Paul sowie Bering. Die Befestigungsanlagen mit alten Kanonen thronen auf einem H├╝gel ├╝ber der K├╝ste. Bei manchen Schiffen im Hafen fragt man sich, wie diese noch schwimmen k├Ânnen. Die Architektur bestimmen alte, typisch russische Holzh├Ąuser genauso wie die grauen, verfallenden Wohnbl├Âcke aus sozialistischen Zeiten. Manchmal ragt wie ein Fremdk├Ârper ein moderner Glaspalast aus dieser Mixtur heraus.

Mo, 09.07.2013: Heute steht ein Bootsausflug auf dem Programm. Mit einem Segelkatamaran fahren wir in die Awatscha-Bucht hinaus. Am Segelboot h├Ąngen noch ein paar Kajaks. In recht flotter Fahrt geht es zur Insel Aretschkov. Hier landen wir an und ein paar von unserer Gruppe besteigen die Kajaks und drehen eine gro├če Runde entlang der wilden Felsspitzen, die hier k├╝hn aus dem Meer ragen. Sogar einen Felsdurchbruch gibt es hier, durch den man mit dem Kajak hindurch fahren kann. Nach dieser Runde ist eine Mittagspause angesagt. Dazu wird Brot, Lachs, K├Ąse und Wurst gereicht. Nach dieser Pause besteigt der andere Teil der Gruppe die Kajaks und dreht seine Runden. Der Katamaran ist dabei immer in der N├Ąhe und es herrscht jetzt schon ein ansehnlicher Wellengang. Auf den Felsbrocken im Meer r├Ąkeln sich Robben. Ein Felskoloss ist von unz├Ąhligen M├Âwen besiedelt, entsprechend wei├č durch ihre Hinterlassenschaften sieht der Fels auch aus. Unter Segeln geht es wieder geschwind zur├╝ck an den Strand von Petropawlowsk. Den Tag lassen wir bei einem Abendessen mit selbst gekauften Speisen in einer Holzh├╝tte nahe des Hotels in Paratunka ausklingen. Nat├╝rlich auch mit Wodka.

Typisches russisches Stadthaus. Felsgebilde in der Awatscha Bucht.
Typisches russisches Stadthaus. Felsgebilde in der Awatscha Bucht.

Di, 10.07.2013: Im Kamas fahren wir in ca. zwei Stunden zu den Bergh├╝tten "Tri Vulkana" in etwa 900m H├Âhe. Erst geht es auf normaler Strasse entlang, diese wird zu einer unbefestigten Piste durch Wald. Dann wird es abenteuerlich, denn auch diese Piste verschwindet und wir fahren ein Bachbett entlang. F├╝r den Kamas alles kein Problem. Sp├Ąter geht es ├╝ber Wiese und Schneefelder. Dann wird einfach etwas Luft aus den Reifen gelassen, um einen besseren Grip zu haben. Ist wieder fester Boden unter den R├Ądern, so wird kurz der Kompressor angeworfen und die Reifen werden wieder gef├╝llt. An den H├╝tten werden wir von einigen Zieseln (Spermophilus) begr├╝├čt. Die sind hier die Menschen offensichtlich gew├Âhnt und sind ganz zahm. Sie knabbern auch gleich an unserem Brot.
Zu viert beziehen wir einen mit sieben Liegen ausgestatteten Raum. Die Toiletten sind Plumpsklos in separaten, kleinen und etwas abseits gelegenen H├╝tten. Die Waschgelegenheiten befinden sich im Freien und bestehen aus einer Tonne, einem kleineren Beh├Ąlter mit Wasserhahn und einem Waschbecken darunter. M├Âchte man sich waschen, so sch├Âpft man Wasser mit einer gro├čen Kelle aus der Tonne in den kleineren Beh├Ąlter und kann sich dann unter flie├čend kaltem Wasser waschen. Alles ist recht einfach, aber sauber. Und - typisch russisch - eine Banja darf nat├╝rlich auch nicht fehlen. Nach dem Mittagessen unternehmen wir eine kleine Wanderung zum Kleinen Kamel, einer Felsformation, die mit ihren zwei Gesteinsh├Âckern an ein Kamel erinnern soll. Bei dieser Tour bekommt man ein erstes Gef├╝hl, was es hei├čt, auf Vulkanasche zu wandern.
Wir sind nicht die einzigen G├Ąste in diesen H├╝tten. Ein paar russische Skilangl├Ąufer drehen in diesem Fr├╝hlingsschnee unerm├╝dlich ihre Runden.
GPS-Track des Tages.

Mi, 11.07.2013:
Es regnet. Es ist windig, fast schon st├╝rmisch. Trotzdem unternehmen wir den Versuch, die Awatschinski (auch: Awatschinskaja Sopka oder Awatscha) zu besteigen. Doch nach einiger Zeit geben wir durchn├Ą├čt und verfroren auf und kehren zu den H├╝tten zur├╝ck. Daf├╝r gibt es am Nachmittag einen Besuch in der sch├Ânen, warmen Banja.

Unser Kamas Bus. Ziesel.
Unser Kamas "Bus". Ziesel.

Do, 12.07.2013: Eigentlich sollte morgens zur├╝ck nach Paratunka gefahren werden. Doch, oh Wunder, es war blauer Himmel und die Sonne lachte. So konnte unser Guide ├╝berzeugt werden, nochmals einen Versuch in Richtung Awatschinski zu starten. Majest├Ątisch liegt der 2.741m hohe Berg vor uns und kr├Ânt sich selbst mit einer Haube aus Rauch. Ca. 1.850m H├Âhe sind von den H├╝tten aus zu bew├Ąltigen, ein langer Aufstieg erwartet uns. Unterwegs ├╝berholen wir zwei Gruppen von jeweils 20 Japanern. An einer kleinen, verschlossenen Blechh├╝tte legen wir eine Mittagsrast ein. Bis hierhin war es ein eher gem├Ąchlicher Aufstieg, doch nun liegt die Pyramide des Vulkans direkt vor uns. In unz├Ąhligen Serpentinen qu├Ąlen wir uns durch die Vulkanasche empor. Teils geht es in dem rutschigen Gel├Ąnde zwei Schritte vor und einen wieder zur├╝ck. Auf den letzten 200hm liegt ein Fixseil. Daran findet man in dem losen Gr├Âll einen besseren Halt und man kann sich etwas hochziehen. Auch f├Ąllt das Atmen hier teils schwer, weil der Wind immer wieder schwefelig stinkende Wolken unter die Nase treibt. Dies ist der Rauch der von unten gesehen diesen Vulkan so malerisch umwebt.
Doch irgendwann hatten wir es dann doch geschafft und standen auf dem Gipfel. Im Krater sitzt ein Pfropfen aus erkalteter Lava, der von unten immer weiter hinauf gedr├╝ckt wird. Eines Tages wird der Pfropfen wieder soweit drau├čen sein, dass die Lava freien Flu├č bekommt. Die letzten Ausbr├╝che waren 1991 und 2001. Am Gipfel stinkt es gewaltig und man muss schon etwas suchen, bis man eine vor Wind und Fumarolen gesch├╝tzte Stelle zum Rasten findet. Aber der Ausblick ├╝ber diese traumhafte Landschaft l├Ą├čt einen schnell die bis hierhin aufgewendete M├╝he vergessen.
Doch der Gipfel ja bekanntlich nur der halbe Weg ist, machen wir uns an den Abstieg. Voerst auf gleichem Wege wie hinauf f├╝hrt uns der Weg bis zu der Blechh├╝tte. Hier biegen wir in Richtung Kleines Kamel ab. Hinab kann man in dieser lockeren Vulkanasche nat├╝rlich viel leichter gehen, fast schon ein bi├čchen abfahren. Ein fester Tritt in die Asche, etwas gerutscht und schon hat man drei Meter mit nur einem einzigen Schritt gemacht. An den H├╝tten angekommen wird noch ein klein wenig gegessen, bevor wir wieder mit unserem Kamas zur├╝ck fahren. Diesmal fahren wir direkt nach Petropawlowsk in die Stadt zum Hotel Geysir. Von au├čen eine sozialistisch anmutende Bruchbude, von innen aber bereits zum gro├čen Teil renoviert. Und auch au├čen soll die Renovierung offensichtlich durchgef├╝hrt werden, denn an einer Seite stand bereits ein Ger├╝st.
Das Abendessen nahmen wir in diesem Hotel ein. Es gab keine Auswahl, man musste nehmen, was kommt. Die Dame, die servierte, k├Ânnte direkt aus der Sowjetarmee zum kellnern gekommen sein, so war ihr Ton den G├Ąsten gegen├╝ber. Das Bier wurde in 1,5l Plastikflaschen abgef├╝llt und serviert. Schon f├╝r uns 13 G├Ąste reichten die vorhandenen Biergl├Ąser nicht aus. Scheinbar trinkt man hier doch nur Wodka.
GPS-Track des Tages.

Blick von den H├╝tten Tri Vulkana zum Awatschinski (2.741m). Am Kraterrand der Awatschinskaja Sopka.
Blick von den H├╝tten "Tri Vulkana"
zum Awatschinski (2.741m)".
Am Kraterrand der Awatschinskaja Sopka.
Im Hintergrund der Korjakski (3.456m).

Fr, 13.07.2013: Heute steht ein langer Fahrtag auf dem Plan. Von Petropawlowsk geht es in das rund 500km entfernte Kosirewsk. Zum Gl├╝ck sind die Stra├čen relativ gut, wenn auch zum Teil unbefestigt, aber trotzdem immer gut zu befahren. So kommen wir doch unerwartet gur vorw├Ąrts. Unterwegs halten wir in einem kleinen Dorf, um uns mit Pelmeni zu st├Ąrken. Eine Spezialit├Ąt, die man unbedingt auch mal probieren muss. Die Teigtaschen sind hier mit verschiedenen Leckereien gef├╝llt; es gibt welche mit F├╝llung aus Fleisch, Fr├╝chten, Joghurt und was man sich sonst noch so alles denken kann. Die Verk├Ąuferinnen haben die Pelmenis in selbstgebastelten Thermosbeh├Ąltern, welche auf Kinderwagengestelle montiert sind.
Die Mittagspause absolvierten wir in Milkowo. Hier schien es sich um die Kantine einer Kolchose zu handeln, in der die Zeit irgendwie stehen geblieben sein muss. Das Ambiente strahlte den Charme der sozialistischen 80er Jahre aus, fehlte nur noch das Breshnew-Bild an der Wand. Die Stopps innerhalb von St├Ądten hatten immer den gewaltigen Vorteil, dass man nicht gar zu sehr von M├╝cken geplagt wurde. Bei einem Stopp in der Wildnis sah das ganz anders aus. Da ├╝berlegte man sich schon, ob man denn nun wirklich zum Pieseln muss.
In Kosirewsk angekommen, fanden wir Aufnahme in einem recht sch├Ânen Homestay. In einem gro├čen Garten standen mehrere kleine H├Ąuschen, in ihrer Gr├Â├če fast f├╝r Hobbits gedacht. Es gab Gem├╝se- und Blumenbeete und ├╝berall standen auch die verschiedensten Planzgef├Ą├če f├╝r Blumen rum. Mal war das ein alter Blechkanister, mal ein alter Wanderschuh und sogar ein paar Tont├Âpfe gab es. Und, wie es sich f├╝r ein richtiges russisches Anwesen geh├Ârt, gab es nat├╝rlich auch eine Banja. Davor stand au├čen ein kleiner Pool, in dem man sich dann abk├╝hlen konnte. In einem Unterstand wurde das Abendessen seviert, daneben prasselte ein Lagerfeuer. Wenn nur die M├╝cken nicht w├Ąren.

Verkaufsst├Ąnde f├╝r Pelmeni. Homestay in Kosirewsk.
Verkaufsst├Ąnde f├╝r Pelmeni. Homestay in Kosirewsk.

Sa, 14.07.2013: Von Kosirewsk bringt uns der unerm├╝dliche Kamas auf abenteuerlichen Pfaden durch den Wald hinauf zu den Flanken des Vulkans Tolbatschik. Der Berg hat zwei Gipfel; den Plosky Tolbatschik im Osten mit einer H├Âhe von 3.085m und den Ostry Tolbatschik mit einer H├Âhe von 3.682m im Westen. Einmal begegnete uns ein anderer Lkw und da es auf diesem Waldpfad keine Ausweichstelle gibt wurde halt einfach schnell eine Stelle gesucht, wo nur junge Birken standen. Knick, knack und schon hatte der Lkw eine Ausweichstelle geschaffen. Der Tolbatschik h├Ątte uns einen ganz gewaltigen Strich durch diese Reise machen k├Ânnen, denn seit November 2012 hatte dieser Berg einen gewaltigen Ausbruch. Die H├╝tten, in denen wir die kommenden zwei N├Ąchte verbringen sollten, sind nun von einer dicken Lavaschicht bedeckt. Eine Lavazunge hat sich tief in den Wald hineingefressen und alles unter sich begraben. Weiter oben steht kein einziger Baum und kein einziger Strauch mehr. Alles ist von Lava oder Vulkansche bedeckt. Das Gute daran ist, dass es hier keine M├╝cken gibt.
Wir erreichen eine Gegend, die sich Toter Wald nennt. Es stehen die Gerippe von einigen B├Ąumen, die die letzten Ausbr├╝che zwar ├╝berstanden, aber nicht ├╝berlebt haben. Hier bauen wir unsere Zelte auf. Am sp├Ąten Nachmittag begaben wir uns dann noch auf eine kleine Tour zu einer ganz frischen Lavazunge. Aus dem Lavafeld stieg unentwegt Dampf auf und in der Ferne sahen wir schon die rotgl├╝hende Lava, die sich wie ein feuerspeiender Drachen durch die Landschaft zog. Wir fanden einen Weg hin zu dieser gl├╝henden Lava und standen nur eine Arml├Ąnge entfernt von diesem sich gem├Ąchlich dahinw├Ąlzenden, extrem hei├čen Lavastrom. Ein tolles Erlebnis.

Eine Lavazunge schiebt sich in den Wald. Das Camp im Toten Wald.
Eine Lavazunge schiebt
sich in den Wald".
Das Camp im Toten Wald.
Dampfendes Lavafeld am Tolbatschik. Rot gl├╝hende Lavazunge.
Dampfendes Lavafeld am Tolbatschik. Rot gl├╝hende Lavazunge.

So, 15.07.2013: Heute haben wir einen ruhigen Tag. Erst am Nachmittag stiegen wir auf einen kleinen H├╝gel empor, der beim Ausbruch 19475/76 entstand und bestaunten diese karge, aber trotzdem wundersch├Âne Landschaft. Danach geht es weiter direkt zum Krater dieses aktiven Vulkans. Wir ├╝berqueren die riesige Lavazunge, die immer noch eine erhebliche W├Ąrme abstrahlt. Diese Lava formt wundersch├Âne Gebilde, auch gibt es hier so genannte Stricklava die aussieht, als ob jemand ein paar Schiffstaue hingeworfen h├Ątte. Von fern h├Ârt man schon das R├Âhren und Donnern des Vulkans. Aus seinem Krater wird unaufh├Ârlich Lava hinausgeschleudert. Man muss auf den letzten Metern dann schon gewaltig aufpassen, dass man keinen Lavabrocken abbekommt. Trotz allem ein unbeschreibliches Schauspiel. Vom Camp aus k├Ânnen wir sp├Ąter in der Nacht den r├Âtlichen Schimmmer des Ausbruchs sehen.

Am Krater des Tolbatschik. Stricklava.
Am Krater des Tolbatschik. Stricklava.

Mo, 16.07.2013: Heute startet nun endlich das eigentliche Trekking. Wir packen alles, was wir f├╝r die kommenden Tage ben├Âtigen, in unsere gro├čen Rucks├Ącke. ├ťberfl├╝ssiges Gep├Ąck k├Ânnen wir im Kamas lassen. Da es f├╝r das pers├Ânliche Gep├Ąck keine Tr├Ąger gibt, muss man also schon gut ├╝berlegen was man meint zu brauchen. Isomatte, Schlafsack und gute Regensachen geh├Âren auf alle F├Ąlle dazu. Auch etwas Verpflegung muss nat├╝rlich noch mit. Gemeinschaftliche Ausr├╝stung wie K├╝chen- und Esszelt und Kochausr├╝stung werden von Tr├Ągern transportiert, auch die Doppelzelte der Reisenden. Wer ein Einzelzelt haben m├Âchte, muss auch dieses selbst tragen. Da kommen schon ein paar Kilogramm zusammen.
Auf dem gleichen Weg wie am Vortag geht es zun├Ąchst ├╝ber das Lavafeld, danach biegen wir jedoch von diesem Weg ab. Unerfreulicherweise beginnt es leicht zu regnen. Das Laufen durch das sp├Ąter dichte, kn├Âchel- bis kniehohe Gr├╝n ist auf dem weglosen Gel├Ąnde nicht immer ganz einfach. Und da es nun wieder jede Menge Gr├╝n gibt, erreichen wir m├╝ckenumschw├Ąrmt das Tolud Camp.
GPS-Track des Tages.

Di, 17.07.2013: Nach dem Fr├╝hst├╝ck wird das Abbauen der Zelte j├Ąh unterbrochen, denn eine kleine B├Ąrenfamilie stapft einige 100m entfernt ├╝ber den Hang. Diese B├Ąrenmutter mit ihren zwei Jungen zu beobachten ist nat├╝rlich wichtiger als Zelte abzubauen. Sp├Ąter am Tag, als wir wieder auf Wanderschaft waren, sehen wir nochmals eine B├Ąrenmutter mit ihren zwei Jungen. Ob es sich dabei um die gleichen B├Ąren handelte vermag ich nicht zu sagen. Wir laufen den ganzen Tag in weglosem Gel├Ąnde, immer wieder leicht bergauf, bergab. Sp├Ąter am Tag bietet sich ein wunderbarer Blick auf eine ganze Vulkangruppe: Kamen (4.579m), Kljutschewskoi (4.750m), Besymjanny (2.882m) und Simina (3.081m).
GPS-Track des Tages.

Besuch einer B├Ąrenfamilie. Bl├╝mchen kommen ├╝berall durch.
Besuch einer B├Ąrenfamilie. Bl├╝mchen kommen ├╝berall durch.

Mi, 18.07.2013: Als wir eine Steigung erklommen haben und auf die Kuppe dieses Anstieges kommen bleibt uns fast der Atem stehen - direkt vor uns sitzt ein B├Ąr und schaut uns an. Unser russischer Guide hat schon eine Art Leuchtrakete in der Hand um diese dem B├Ąren auf den Pelz zu brennen, falls er uns angreifen sollte. Da wir uns aber ruhig verhalten, nicht in Panik verfallen und auch nicht wegrennen, bleibt der B├Ąr ganz gelassen. Er schaut nach links, er schaut nach rechts und nach einiger Bedenkzeit steht er auf und trottet gem├Ąchlich von dannen.
Unterwegs gibt es blumige Wiesen und kleine B├Ąchlein, gro├če, zum Gl├╝ck trockene Flu├čbetten und witzige Pyramiden aus wei├čem B├╝├čerschnee mit einer schwarzen Aschekappe. Am Nachmittag lassen wir unser Gep├Ąck liegen und machen einen kleinen Abstecher auf einen Aussichtsh├╝gel. Von hier hat man einen sch├Ânen Blick auf die Kegel von Mars- und Jupiterkrater. Die Zelte schlagen wir unweit des Jupiter Kraters auf. Hier ist eine sch├Âne gr├╝ne Wiese, durch die sich ein kleines B├Ąchlein schl├Ąngelt. Vorteilhaft ist an diesem Platz auch, dass es nur ├Ąu├čerst wenig M├╝cken gibt.
Wir steigen noch auf den nahen H├╝gel des Jupiterkraters hinauf. Der Aufstieg ist steil, aber unschwierig da man durch die feste Grasnarbe guten Halt hat. Am Kratergrund ist noch eine kleine Pf├╝tze des Kratersees ├╝brig. Der Ausblick in das weite Land ist atemberaubend, von gegen├╝ber gr├╝├čt der schneebedeckte Doppelgipfel des Tolbatschiks. Beim R├╝ckweg zum Camp sichten wir wieder einen einzelnen B├Ąren. Die Neugier ist wohl gegenseitig, denn vorsichtig gibt es eine Ann├Ąherung. Als wir nur noch wenige 10m voneineander entfernt sind, stellen wir uns lieber alle nebeneinander auf, um m├Âglichst gro├č zu wirken und dem B├Ąren so eine ├ťberlegenheit zu demonstrieren. Gleichzeitig treten wir langsam den R├╝ckzug an; im Zweifelsfall w├Ąre der B├Ąr doch der st├Ąrkere.
GPS-Track des Tages.

Querung eines breiten, zum Gl├╝ck trockenen Bachbettes. Und wieder kommt ein B├Ąr.
Querung eines breiten,
zum Gl├╝ck trockenen Bachbettes.
Und wieder kommt ein B├Ąr.

Do, 19.07.2013: Heute ist ein Tag zum relaxen. Dieser Ruhetag ist auch genau zum richtigen Zeitpunkt, da es einigen aus der Gruppe, inklusive mir, nicht so richtig gut geht. Die g├Â├čeren Steine, die in etwas Entfernung vom Lager sind, sind oftmals besetzt. Irgendetwas am Essen oder am Wasser muss nicht ganz in Ordung gewesen sein.

Fr, 20.07.2013: Weiter geht das Trekking, auch wenn nocht nicht bei allen die ├ťbelkeit ├╝berwunden ist. Im Sand am Rande eines Baches sehen wir frische Spuren eines B├Ąren, aber keinen passenden B├Ąren dazu. Unterwegs machen wir einen kleinen Abstecher von der Hauptroute zum kleinen, aber trotzdem sehenswerten Studyenaya River Canyon. Der im Moment noch unscheinbare Bach hat sich hier tief in das Gestein eingeschnitten. ├ťber einen Wasserfall st├╝rzt das Wasser tosend in den Canyon hinein, flie├čt darin entlang und kommt nach ein paar hundert Metern wieder hinaus. Zu diesem Zeitpunkt am fr├╝hen Vormittag kann man am unteren Ende des Canyons noch hinein gehen. Man sollte aber unbedingt daran denken, dass das Wasser im Laufe des Tages steigt und man vielleicht nicht mehr trockenen Fu├čes hinauskommt wenn man nicht rechtzeitig zur├╝ckgeht.
Wir laufen ├╝ber herrliche Blumenwiesen, eine davon wird Edelweiss Meadow genannt. Immer wieder gleitet unser Blick auch zu der nahezu perfekten Vulkanpyramide des Kljutschewskoi (auch Kljutschewskaja Sopka). Dieser Berg ist mit seinen 4.750m der h├Âchste aktive Vulkan Asiens. Ankunft im Barany Camp Rivolet.
GPS-Track des Tages.

Im Studyeneya Canyon. Vulkanpyramide des Kljutschewskoi (auch: Kljutschewskaja Sopka, 4.750m).
Im Studyeneya Canyon. Vulkanpyramide des Kljutschewskoi
(auch: Kljutschewskaja Sopka, 4.750m).

Sa, 21.07.2013: Der Wandertag beginnt gleich mit einem kurzen, steilen Abstieg und geht weiter mit einem ebenso steilen, aber l├Ąngeren Aufstieg. Immer wieder denkt man, der h├Âchste Punkt liegt vor einem. Aber wenn dieser erreicht ist, sieht man nur eine weitere Kuppe vor sich. Aber auch dieser Anstieg ist irgendwann geschafft und es geht gem├Ąchlich weiter ├╝ber diese schier unendlichen Wiesen. Von weitem kann man dann schon unseren orangenen Kamas in der Sonne leuchten sehen.
Wir werden erwartet. Mit russischem Sekt und Bier aus Kamtschatka.
Auf abenteuerlichen Pfaden werden wir wieder nach Kosirewsk gefahren. Die sch├Âne Anlage, in der wir vor einigen Tagen gen├Ąchtigt hatten, war leider belegt. So wurden wir auf zwei H├Ąuser aufgteilt. Der Schlafraum unterm Dach war ziemlich hei├č und stickig. Bei einer geologischen Station konnten wir wieder eine Banja nutzen. Das ist nach einem solchen Trekking nat├╝rlich wieder sehr entspannend. Und nat├╝rlich pl├╝nderten wir auch noch den Dorfkonsum.
GPS-Track des Tages (Trekking).
GPS-Track des Tages (Fahrt nach Kosirewsk).

Zu F├╝├čen des Tolbatschik. H├Ąuschen in Kosirewsk.
Zu F├╝├čen des Tolbatschik. H├Ąuschen in Kosirewsk.

So, 22.07.2013: Das Fr├╝hst├╝ck nahmen wir in der geologischen Station ein, da es in den beiden H├Ąusern keinen geeigneten Raum daf├╝r gab. Anschlie├čend fuhren wir zur├╝ck nach Petropawlowsk in das uns schon bekannte Hotel Geysir. Auch die Dame servierte wieder im Armeejargon. Nachmittags gingen wir noch etwas in die Stadt hinein und st├╝rmten vor Allem die Markthalle. Hier gibt es nat├╝rlich viele verschiedene Sorten Fisch und wir lie├čen uns verschiedene Sorten Lachs einschwei├čen. Ein kleines Mitbringsel f├╝r daheim.

Mo, 23.07.2013: Heute fahren wir auf einen Spokoiny genannten Flecken und stellen unsere Zelte auf enem riesigen Aschefeld zu F├╝├čen des Vulkans Goreli auf. Bei den niedrigen Wolken und leichtem Nieselregen ist von dem 1.829m hohen Berg allerdings leider wenig zu sehen. Am Nachmittag steigen wir trotzdem auf gut ausgetretenen Pfaden zum Kraterrand hinauf. Da aber weder die Wolken, noch der Nieselregen mit uns ein Einsehen haben, sehen wir vom Kraterrand aus so gut wie gar nichts. Nicht einmal der See im Inneren des Kraters ist zu sehen.
GPS-Track des Tages.

Petropawlowsk, Hotel Geysir. Camp zu F├╝├čen des Goreli.
Petropawlowsk, Hotel Geysir. Camp zu F├╝├čen des Goreli.

Di, 24.07.2013: Ein langer Wandertag steht uns bevor. Unser Kamas bringt uns in Richtung Mutnowski (auch Mutnowskaja Sopka, 2.322m). Je nach Beschaffenheit des Bodens kann der Kamas an den Vulkan heranfahren. Wir hatten Pech. Der Boden war teilweise ziemlich durchgeweicht, ├╝ber weite Strecken gab es nasse Schneefelder und wir konnten nur ein ganz klein wenig von der Piste abfahren. Der Rest des Weges musste nun zu Fu├č zur├╝ckgelegt werden. Rest ist da ziemlich untertrieben, denn bis zum Mutnowski waren es noch 15km. Stetig geht es leicht bergan und bergab. Bei den vielen Schneefl├Ąchen die zu queren sind tr├Ągt der Schnee am Morgen noch etwas, aber man bricht auch immer wieder durch die Kruste durch. Auf den schneefreien Flecken leuchten Blumen in allen Farben. In der Ferne sieht man die Dampfs├Ąulen vom Geothermalkraftwerk aufsteigen. Es erzeugt eine Leistung von 25MW und damit etwa ein Drittel der Elektroenergie Kamtschatkas. ├ťber eine Schneeflanke geht es in den ersten Krater hinein. Hier stinkt es wieder gewaltig. Gletscher und hei├če Fumarolen, Schnee und kochende kleine T├╝mpel befinden sich hier unmittelbar nebeneinander. ├ťberall zischt, brodelt, dampft und stinkt es. Einige der Gruppe bleiben hier, einige laufen noch weitere 3km in den Krater hinein.
Als wir uns wieder auf den R├╝ckweg machen, gehen wir anfangs nicht den gleichen Weg. Wir machen erst einen Abstecher zu einem Wasserfall , der sich in einen engen Canyon ergie├čt. Dieser hat sich tief in die Landschaft eingegraben und l├Ą├čt die aufgeschnittenen Gesteinsschichten in bunten Farben schimmern. Der R├╝ckweg gestaltet sich nun auch noch schwieriger als der Hinweg, denn der Schnee ist nun weiter getaut und manche Wasserlache k├Ânnen wir nicht mehr so einfach umgehen. Das halten auch die besten Wanderschuhe nicht auf Dauer aus und die Folge sind nasse F├╝├če. Als wir an dem Punkt anlangten wo uns morgens der Kamas abgesetzt hat, ist dieser nicht da. In dem zwischenzeitlich aufgezogenen Nebel k├Ânnen wir auch nicht besonders weit sehen, aber mein GPS zeigt an, dass wir die Aufbruchsstelle erreicht haben. Wir gehen noch ein kleines St├╝ck weiter bis zur Stra├čenpiste und finden hier unseren "Bus". Ersch├Âpft von dieser anstrengenden Tour fahren wir zum Camp zur├╝ck.
Hier gibt es noch kurz etwas zum Abendessen und dann werden alle Sachen zusammengepackt. Der Tag ist noch nicht zu Ende. Die Begleitmannschaft bekommt ihre Trinkgelder und wir fahren nun noch durch die Dunkelheit bis zum Hotel in Paratunka. Obwohl nun schon mitten in der Nacht, werden die Sachen noch entstaubt und f├╝r die Heimreise eingepackt, letzte Postkarten werden geschrieben und es gibt noch ein paar Stunden Schlaf.
GPS-Track des Tages.

Auf dem Weg zum Mutnowski. Im Krater des Mutnowski.
Auf dem Weg zum Mutnowski. Im Krater des Mutnowski.

Mi, 25.07.2013: Nach einem letzten russischen Fr├╝hst├╝ck werden wir zum Flughafen gebracht. Es gibt einen kleinen Wartesaal, aber auch einen Wartebereich auf dem Flugvorfeld. Da ganz passables Wetter ist, ziehen wir den Au├čenbereich vor.

R├╝ckflug: Wieder mit einer Boeing 777 der Aeroflot fliegen wir mit SU1731 um 12:45 Uhr in Petropawlowsk ab. Um 13:10 ist die Landung in Moskau. Augenscheinlich nur 25 Minuten Flugzeit, aber da ist ja auch noch die Zeitverschiebung von neun Stunden...
Nach einer 3,5 st├╝ndigen Umsteigezeit geht es mit SU2314 dann in einem relativ kurzen H├╝pfer von Moskau nach Berlin-Sch├Ânefeld.

Und zum Schlu├č noch der Hinweis auf ein kurzes Video, welches ich zusammengestellt habe: Kamtschatka auf Youtube .

Reiseveranstalter Diamir Erlebnisreisen
  Berthold-Haupt-Str. 2
  01257 Dresden
  Tel.: (0351) 31 20 77
  Fax: (0351) 31 20 76
  e-mail: info@diamir.de
http://www.diamir.de/ Internet: www.diamir.de

Weitere Infos ├╝ber Kamtschatka gibt es unter anderem hier:
Der Spiegel - Artikel ├╝ber Vulkane auf Kamtschatka www.spiegel.de
Der Spiegel - Artikel ├╝ber Vulkane auf Kamtschatka.
Klasse 360┬░-Videos aus dem Hubschrauber.
www.vulkane.net www.vulkane.net
Erl├Ąuterungen zu den Vulkanen Kamtschatkas.
Kamtschatka - Ein h├Âllisches Paradies. Film des SWR. www.swr.de
Kamtschatka - Ein h├Âllisches Paradies.
Film des SWR.

Literatur- und Filmtipps:

  • Kamtschatka - Zu den B├Ąren und Vulkanen im Nordosten Sibiriens, Andreas von He├čberg, Trescher Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-89794-195-3
  • Der weite Weg nach Fernost, Ullrich Wannhof, Kahl Verlag, Dresden 2008, ISBN 978-3-938916-10-0

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www.lutz-hauptmann.net